… abgefahren!

… – so der Titel einer Ausstellung im Rahmen der Eröffnung des Overather Kulturbahnhofs.

Zwischen „abgedroschen“  und  „abgefuckt“ liegt im Duden, so würde man vermuten, abgefahren. Das ist aber nicht so.  Abgefuckt steht tatsächlich in dem deutschen Duden, abgefahren hingegen aber nicht.

Also was meine ich, wenn ich Bilder male und sie mit dem Titel dieser Ausstellung verbinde.

Abgefahren könnten manche meine Bilder bezeichnen, aber wirklich abgefahren im anderen Sinne des Wortes sind Sie damit nicht. Abfahren kann man auf den Schienen, die die Bahnhöfe dieser Welt verbinden. Ankommen kann man ebenfalls irgendwo. Die Schienen dieser Welt verbinden die Menschen. Wenn ich im Norden mit einem Löffel auf die Schienen schlage kann ich den Klang den er verursacht im Süden wahrnehmen – natürlich nicht mit den Ohren oder mit den Augen. Dafür brauche ich schon einen speziellen Sinn – eine andere Form der Wahrnehmung. Auch wenn Sie jetzt meinen, das kann doch nicht sein – so ist es doch zumindest ein schöner Gedanke.

In den Händen der Menschen ist Eisen ein altes Metall. Allerdings bis irgendjemand auf die Idee kam daraus eine Schiene zu Formen ist viel historische Zeit vergangen. Schienen leiten darauf den  Zug –  der fährt bis an sein Ziel. Der Zug ist abgefahren, Menschen laufen im hinterher, ohne auch nur eine Chance zu haben den Zug noch zu erreichen.  Der Zug ist halt abgefahren – so einfach kann das sein.

Rostiges Eisen, zu dick um wirklich durchzurosten, ist in seiner Beschaffenheit ein hartes und kaltes Metall. Der Rost gibt ihm eine warme und aufregende Oberfläche.  Für einen Künstler genau das richtige Metall um damit zu spielen, wenn auch nur auf der Malfläche. Ganz im Gegensatz dazu empfinde ich die anderen Elemente auf meinen Bildern.  Luft, Holz, Steine und Struktur sind die durchgängigen Elemente aufgelöst in kleine Bildflächen, der Wahrnehmung durch den Betrachter freigegeben.


... abgefahren!

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