Teerbäume – kleine StraßenKunstwerke

„Teerbäume“ gibt es auf jeder Straße. In der Regel fahren wir achtlos darüber hinweg oder treten sie mit Füßen – ob wir wollen oder nicht.
Risse im Teer – unglaublich, welche wunderbaren Strukturen es hier zu entdecken gibt.

„Teerbäume“ – Risse im Teer

Besonders schön entwickeln sie sich nach einem Regenschauer. Die Sonne läßt die Straßenoberfläche trocknen und die Feuchtigkeit verzieht sich in diese Risse. Moose und kleine Pflanzen suchen sich hier ihren eingeschränkten Lebensraum und beschreiben die Zähigkeit der Natur.

Der Teer gibt diesen Bilder eine ganz besondere Hintergrundstruktur

 

Der Teer gibt diesem „Bild“ aber auch einen ganz besonderen Hintergrund und die Risse in der Straße lassen wilde Spekulationen zu. Sie verändern sich und sind im Grunde eine zeitlich begrenzte Bestandsaufnahme – Wasser und Frost werden hier zum Baumeister von kleinen Kunstwerken, die ein Straßenbauer sicher nicht gerne sieht. Einem Künstler aber ist das egal, er hat die Freiheit zu entscheiden, ob so ein einfacher Riss zu einem Bestandteil seiner Kunst wird oder auch nur ein einfacher Riss in der Straße bleibt.

 

Diese Risse im Teer lassen wilde Spekulationen zu

 

 

 

MENSCHLICHES & ABSTRAKTES

Strukturen begleiten meine Kunst und meine Bilder.  

Zeitungen dienen als Grundlage. Auf Holz aufgeklebt nutze ich die Strukturen der Wörter, Sätze und Zeilen.

Mit dem Marker werden die Wörter zerstört, einzelne Worte hervorgehoben und ganze Textbereiche ausgeklammert oder geöffnet. Figuren wachsen, abstraktes entsteht. Zwischen den Zeilen und in den Figuren bleiben Worte erhalten. Wer sich den Bildern nähern möchte, darf versuchen diese Textfragmente zu entziffern – manchmal hilft es die Bilder besser zu verstehen. Manchmal aber auch nicht.

 



 


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Bilder in einer Ausstellung im Kulturpunkt Wipperfürth

 

 

Strukturen – Aquarelle

Strukturen …  … Struk’tur <f. 20> Gefüge; Bau, Aufbau; innere Gliederung, Anordnung der Teile (Gewebestruktur); <Wissenschaftstheorie> Menge der Relationen, die die Elemente eines Systems miteinander verbinden [<lat. structura „Zusammenfügung, Schichtung, Gefüge; Bau(werk)“; zu struere „zusammenfügen; errichten“]
Und, was soll das?
Strukturen liegen oft im Verborgenen, sie sind nicht sichtbar. Ein Detail, unsichtbar von unserer Wahrnehmung, nicht identifiziert im Raum. Menschen gliedern die Welt und verstehen sie doch nicht.

Der Zusammenhang wird erst deutlich im Verbund. Die Struktur zeigt die Wahrheit im Detail.

Die Bilder zeigen solche Ausschnitte dieser Welt, helfen aber nicht wirklich die Wahrheit zu finden.

Seien sie vertröstet, die Wahrheit kennt keiner.

Die Bilder in dieser Galerie sind ausschließlich Aquarelle. Ohne Schnörkel lenken sie den Blick des Betrachters auf das Wesentliche, lassen kaum Deutung zu. Dem Betrachter fällt es nicht schwer sich einzufinden. 

 

Bilder in einer Ausstellung im Kulturpunkt Wipperfürth

Ortsbilder – Fachwerkstrukturen

 

Fachwerkstrukturen

Fachwerk als Grundlage für meine Bilder

Fachwerk, ist in der Architektur die Bezeichnung für eine Tragkonstruktion aus Holz, Stahl oder Stahlbeton, bei der die Druck- und Zugkräfte durch horizontale, vertikale und schräge Balken oder Gurte und Stäbe aufgenommen werden. Holz, Lehm, Stroh, Wasser, Ton, Bruchsteine, das war fast alles, was ein guter Handwerker im Mittelalter brauchte, um ein Haus zu bauen. Das bedeutete Schutz gegen die Widrigkeiten der Natur – Regen, Schnee, Hitze, Kälte. Die Menschen schufen Bauwerke in ihrer Tradition. Die Balken sind von außen sichtbar, dazwischen weiße Flächen. So entstanden Muster die geradezu herausforderten damit zu spielen – der Spieltrieb des Erbauers war geweckt. Aus den unterschiedlichen Balken und Pfosten entstanden Figuren, wie beispielsweise der wilde Mann. In Overath gibt es noch viele Fachwerkhäuser. Wer die Augen aufmacht, wird sie entdecken, in allen Stadtteilen.

Mein Ansatz. Die Muster eines Fachwerks fordern gerade dazu auf mit ihnen zu spielen. Meine Zeichnungen lassen das Fachwerk nur noch erkennen, wenn der Betrachter den Mut hat ganz nah an das Bild heranzutreten. Die Muster verschwinden und laufen auch  ineinander. Es entstehen immer neue Kombinationen.

Das Schwarz und Weiß der Balken und Gefache fügt sich collageartig zu neuen Bildzusammenhängen.

Menschen treten aus ihnen hervor und nur bei einer näheren Betrachtungsweise erkennt man den inneren Zusammenhang. Es macht Spaß mit diesen Mustern zu spielen und neue Wirklichkeiten entstehen zu lassen.

Ausgangspunkt für meine Zeichnungen sind Fotos von Fachwerkhäusern die ich im gesamten Stadtgebiet von Overath gemacht habe.

Die Zeichnungen entstehen auf einem Grafiktablett und werden mit einem digitalen Stift gezeichnet.

Die Geschichte der Geschichten

Winter 2005:
‚Geburt einer Idee im Arbeitskreis der Künstler des Kulturforums: Ein interdisziplinäres Kunst-Projekt zu Overath und seiner Geschichte. Der Overather Geschichtsverein war schnell für eine Mitarbeit gewonnen und versorgte alle Akteure mit profunden historischen Hintergrundinformationen.
Frühjahr 2006:
Erste Treffen und Gespräche, Wanderungen nach Cyriax, den Pilgerweg hinauf nach Marialinden, an die Grube Lüderich – langsam entwickeln die Künstler erste Vorstellungen und Konzepte zu Exponaten. Die Historiker werden immer mehr in das Projekt integriert; die Gruppe Literatur des Kulturforums beteiligt sich mit einem Beitrag. Kontroverse Ansätze, auch innerhalb der Bildenden Kunst wachsen zu einem Ganzen zusammen.
Sommer 2006:
Die künstlerischen Entwürfe liegen vor und werden umgesetzt, begleitende Dokumentationstexte vom Geschichtsverein sind in Arbeit, die literarische Arbeit ‚steht’; Feinschliff an der Umsetzung des Projekts und seiner Präsentation für die Overather Bürger.

Herbst 2006: Hier sind die …  „Ortsbilder“  –  Overather Geschichte und Geschichten.

Orte haben ihre Geschichte und ihre Geschichten, die das Bild des Ortes und das Leben seiner Bewohner prägen. Womit fühlt sich der Ortsansässige verbunden? Wie erlebt der Außenstehende den Ort, was bewegt ihn vom Erzählten am meisten?
Diesen Gedanken versucht das Projekt „Ortsbilder“ nachzuspüren. Es entstanden Bilder, Installationen und Texte, die sich auf sehr unterschiedliche Weise Overath nähern. Ob kritischer Einwurf, Anekdote oder Darstellung von Örtlichkeiten/Ereignissen und optischer Strukturen – stets steht Overath im Mittelpunkt einer sehr persönlichen Auseinandersetzung, begleitet von ,objektiven’ Fakten des Geschichtsvereins.
Die Exponate der Ausstellung weisen mit den angeschnittenen Themen und Bezügen über Overath hinaus.

Gewollt: liegt doch oft das Allgemeine im Besonderen.

So wünschen wir Ihnen beim (Wieder-)Entdecken Ihres Overaths zunächst viel Vergnügen. Aber auch zu einer durch die Exponate ausgelösten kritischen Auseinandersetzung mit dem Ort und der Ausstellung laden wir Sie ein: ein Projekt lebt neben der Kunst auch durch das Gespräch

Bilder in einer Ausstellung im Kulturpunkt Wipperfürth