Kleine weiße Blume – der Hintergrund zählt

Mit dem Hintergrund malen, so könnte man diese Aufgabe auch nennen. Es gibt viele Situationen beim Aquarellmalen wo es genau darauf ankommt. Wie beispielsweise bei diesen weißen Blumen. Der Hintergrund entscheidet darüber, wie sie wahrgenommen werden. Stellt euch weitere Motive vor – helle Baumstämme an einem dunklen Waldrand, Häuserdächer vor einem Landschaftshintergrund, eine Tasse Tee an einer Seite dunkel eingerahmt, …

All diese Gegenstände werden erst durch das bewußte Malen des Hintergrundes hervorgehoben und bekommen einen neuen Stellenwert in dem jeweiligen Bild.

Blumen im Garten

Erinnerungsstüze:

Am Anfang war das Wasser. Eine Vorzeichnung ist sicher nicht nötig. Die Umgebung der Blume wird mit dem Pinsel gewässerert. Die Blume bleibt dabei ausgespart. Das ist ein wenig Fummelei, da man nicht gleich erkennt wo ihr schon Wasser aufgetragen habt.

Wenn es an einer Stelle wieder antrocknet, bitte erneut mit dem Pinsel Wasser auftupfen.

 

Kleine Weiße Blume

Nun könnt ihr Farbe in die nassen Stellen tupfen und wie von Zauberhand verläuft die Farbe und sucht sich einenWeg – in der Regel sind die trockenen Bereiche die Grenze. Mit dem Pinsel kann dem auch nachgeholfen werden und die Farbe bis an die Randbereiche der Blume verzogen werden. Wenn an manchen Stellen zu wenig Farbe ist sollte weitere Farbe in die noch feuchten Stellen getupft/verhalten werden.

Kleine weiße Blume - Aquarell

Für diesen kleinen Trick braucht Ihre eine spitzen Gegenstand – eine Stopfnadel, einen Schaschlikspieß, einen gespitzten Pinselstiel, eine Radiernadel oder ähnliches.

Mit einem spitzen Gegenstand zeichnet ihr die Ränder der Blütenblätter nach, indem ihr in die Farbe eintaucht und die Blätter nachzeichnet. Dabei verzieht ihr die Farbe und verletzt das Papier. Dadurch entsteht eine Zeichnung in der nassen Farbe.

Wenn die Farbe zu trocken ist funktioniert es nicht, so achtet bitte darauf, ggfs. erneute frische Farbe auf diese Fläche zu tupfen.

WashiTape, das Zauberklebeband

WashiTape, ist es wirklich ein Zauberklebeband? Vermutlich nicht, aber für die Aquarellmalerei ist es ein probates Hilfsmittel, welches in keinem Aquarellwerkzeugkasten fehlen sollte.

Kein anderes Klebeband funktioniert so problemlos und erleichtert die Arbeit für die gestellte Aufgabe.

Damit kann der Rand eines Aquarells abgeklebt werden. Gleichzeitig dient es zum Maskieren von Bereichen, die entweder weiß bleiben oder abschließend weitergemalt werden sollen.

Hier findet ihr ein Beispiel für Baumstämme die vor einem Hintergrund, nach dem entfernen des WashiTapes weitergemalt werden können.

Baumstämme mit Hilfe von RubbelKrepp

Bitte nicht irritieren lassen, die Bäume in dem Beitrag sind vorher mit Rubbelkrepp abgedeckt worden, aber sie könnten auch mit WashiTape abgedeckt werden.

Natürlich muss das Tape dann der Länge nach gerissen werden, damit ein ungleichmäßiger Rand entsteht und es könnten dann auch 2 oder sogar 3 Streifen parallel zu einander verklebt werden.

Das Klebeband ist wasserabweisend und lässt sich tatsächlich sehr einfach verarbeiten. Bitte achtet darauf, dass das geklebte Band zum Bild hin mit dem Finger gut festgedrückt wird. Dafür reicht es aus, mit dem Daumen einmal fest über den Innenrand zu reiben.

 

WashiTape, das Zauberklebeband

Beim Entfernen des Klebebands bitte darauf achten, dass es immer vom Bild hin weg und ohne Hektik abgerissen wird.

Genießt den Augenblick und macht es mit Ruhe.

Das “Zauberklebeband” lässt sich hervorragend und rückstandslos vom Papier entfernen, so entsteht ein wunderbarer klarer Rand.

Hier könnt ihr das Tape bekommen:

Digital Painting

Das hätte ich nie gedacht, aber das Zeichnen/Malen mit einer App – Procreate oder ArtRage – bietet ebenso viele spannende Möglichkeiten, wenn nicht sogar noch mehr als das „analoge“ Zeichnen oder Malen. Ich auf jeden Fall bin begeistert und stelle hier ein paar Landschaftsbilder vor, die rein digital mit einem digitalen Pinsel/Stift erstellt wurden. Die besonderen Möglichkeiten bestehen in der Arbeit mit Ebenen, Maskieren und der Korrektur. Trotzdem habe ich oft das Gefühl mit einem realen Pinsel oder mit einem Tuschestift zu arbeiten. Auch die Farben reagieren auf dem digitalen Papier oft sehr ähnlich wie in der analogen Welt. 

Allerdings vermisse ich dann doch das Mischen der Farben in der Palette, selbst wenn das in der digitalen Welt tatsächlich bereits nachempfunden wird und schon auch Spaß bereitet. 

Die hier gezeigten Bilder sind keine Kopien von irgendwelchen Vorlagen oder nachgezeichneten Fotos. Sie sind direkt auf dem IPad Pro oder dem Grafiktablet entstanden.

Die beiden Apps/Programme Procreate und ArtRage kommen dem analogen Malen inzwischen so nahe, dass man sich komplett darin verlieren kann und aufpassen muss nicht zu übertreiben.

Eine große Hilfe beim Malen mit dem iPad Pro ist das SketchboardPro. In dieses Board kann das iPad Pro eingelegt werden und ergibt damit eine unerwartet große und erweiterte Zeichenfläche. Ich habe mir diese Board bei einem amerikanischen Startup gekauft/vorbestellt, als diese noch in der Entwicklung waren und habe es bis heute nicht bereut.

Materialien für das Aquarellmalen

Anfänger haben in der Regel noch kein Material und wissen auch nicht, was hier sinnvoll ist. Im Laufe des Kurses werde ich Sie darüber informieren und auch Tipps geben.
Grundsätzlich brauchen Sie einen Aquarellmalblock, einen Farbkasten und Pinsel.

Auf meiner Atelierseite finden Sie sehr detaillierte Hinweise zu dem benötigten Material.

Wem diese zu ausführlich sind, liest nun einfach weiter.

Arbeitsplatz beim Auqarellmalen
Das könnte ihr Arbeitsplatz sein

Aquarellmalkasten

Für den Anfang empfehle ich einen Farbkasten von Schminke (12 Farben 1/2 Näpfchen). Es gibt einen sogenannten Akademiekasten oder einen Künstlerkasten (Horadam). Der Akademiekasten kostet ca 37 Euro und der Künstlerkasten kostet ca 55 Euro. Ich empfehle trotz des Preisunterschiedes den Kasten in Künstlerqualität. Die Farben sind lichtechter, verlaufen besser und lassen sich perfekt mischen. Für Fortgeschrittene empfehle ich später Tubenfarben – dazu aber mehr im Kurs.

Aquarellmalpapier

Die hier genannten Aquarellmalblöcke sind eine Eigenmarken der Firma Boesner und haben eine sehr gut Qualität und ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis

Boesner – Aquarelle 300gr Profi-Aquarellblock (30x40cm), ca 16 Euro oder
Guardi – Artistico Aquarello 250gr Aquarellblock (30x40cm), ca 18 Euro

Aquarellpinsel

Größe 4: 

Synthetikpinsel (4er), da Vinci Cosmotop Serie 5580, ca 5 Euro

Größe 6: 

Rotmarder (6er), da Vinci Ussuri Serie 1522, ca 9 Euro. Wer mehr ausgeben möchte kann sich auch einen 8er in derselben Qualität für ca 20 Euro kaufen. Diese Pinsel haben ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Größe 12:

Fehhaar (12er), da Vinci Cosmotop – Mix B Serie 5530 rund, ca 17 Euro

 

Kleinkram

Bleistift (HB,2B), Buntstifte, Radiergummi, Spitzer, Zahnstocher, Abschminktücher, altes flusenfreies Tuch, Föhn, altes – wenn möglich scharfes Messer, kleines Schwämmchen, ….

Zur Beruhigung

…. ich habe alles im Atelier vorrätig und bis auf den Aquarellblock kann alles für eine Verbrauchsgebühr von 5 Euro benutzt werden.
Aquarellblöcke habe ich auch vorrätig – hier gibt es nämlich vielfältige Unterschiede und diese Entscheidung würde ich Ihnen gerne abnehmen. 

Die beiden vorher genannten Aquarellblöcke kann ich aber uneingeschränkt empfehlen.

Baumstämme – mit Hilfe von Rubbelkrepp

Erinnerungsstütze:

Zuerst werden nur die Baumstämme gemalt. Ein Trick, um Strukturen in den Baumstämmen zu malen ist, mit einem spitzen Gegenstand, wie beispielsweise Tuschefedern, Zahnstocher, Nadeln, etc. feine Linien in die noch nass aufgetragene Farbe zu zeichnen oder zu punkten. Die noch feuchte Farbe sammelt sich in diesen Linien und werden – auch nach dem Trocknen der Farbe – sichtbar bleiben. Nun werden die nächsten Farbschichten – sehr sparsam – aufgetragen.

Der Hintergrund wird einfach über die Bäume gemalt.

Wie aber kann das sein??

RUBBELKREPP – eine gummiartige Maskierflüssigkeit

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Rubbelkrepp

Mit einem Synthetikpinsel wird die Flüssigkeit sehr vorsichtig und umsichtig über die Baumstämme gemalt. Bitte dann mit einem Föhn – nicht zu heiß und mit ständigen Bewegungen – trocken föhnen. Die Oberfläche ist trocken fühlt sich aber gummiartig klebrig an.

Nun sind die Baumstämme vor dem übermalen geschützt und der Hintergrund kann angelegt werden. Keine Angst, die Baumstämme können wirklich bedenkenlos – auch „naß in naß“ – übermalt werden.

Wenn Sie mit dem Hintergrund zufrieden sind und die Farben trocken sind, kann das Ruppelkrepp vorsichtig „abgerubbelt“ werden.

… und wie aus Zauberhand werden die Baumstämme wieder sichtbar.

… und nun können die weiteren und abschließenden „Verschönerungen“, wie beispielsweise Farbspritzer und zusätzliche Schattenflächen aufgetragen werden. Auch Wasserspritzer, die zusätzliche Verläufe erzeugen.

Keine Angst, die Baumstämme können wirklich bedenkenlos – auch „naß in naß“ – übermalt werden.

… nun können die weiteren und abschließenden „Verschönerungen“, wie beispielsweise Farbspritzer und zusätzliche Schattenflächen aufgetragen werden. Auch Wasserspritzer, die zusätzliche Verläufe erzeugen.

Die Ränder sind vor dem Malen mit „Washitape“ abgeklebt worden. Dieses Tape läßt sich rückstandslos entfernen und ergibt scharfe Ränder.

Washi Tape: https://www.ebershop.de/eber-shop/fineline-rot.aspx

https://www.amazon.de/dp/B07GGHLMH6/ref=cm_sw_r_apan_glt_i_SV1HK989E432RHNHKAPD?_encoding=UTF8&psc=1

Es geht wieder los – Aquarellmalkurse für Anfänger

Endlich geht es wieder los – Aquarellmalen für Anfänger. Zwei Ganztageskurse am 12. März und am 21. Mai inklusive frisch zubereitetem Mittagessen, guter Laune und in angenehmer Atmosphäre.

Aquarellmalkurs Arbeitsplatz

Aquarellmalkurs Arbeitsplatz

Dieser Arbeitsplatz wartet auf dich

Aquarellmalen ist eine besondere Technik. Leicht und flüchtig auf der einen Seite, aber auch schwierig und durchdacht auf der anderen Seite. Aquarelle wirken oftmals frei und ohne jeden Hintergedanken, bei genauerer Betrachtung spüren Sie hingegen die Denkweise des Künstlers. Bei Ausstellungen meiner Bilder erlebe ich wiederholt die Situation, dass Betrachter vor den Bildern stehen und sich fragen wie hat er das gemacht. Man erkennt solche Besucher einer Ausstellung häufig an der Farbe auf der Nasenspitze – näher kommt man eben nicht an ein Bild heran.

Die Technik des Aquarellmalens ist schwierig und wird oft unterschätzt. Es gibt aber viele kleine, schnell zu erlernende Kniffe und Tricks, die ich gerne mit Ihnen teilen möchte. In der Hoffnung Sie teilen mit mir den Spaß an der Aquarell­malerei.

Eigentlich braucht es nicht viel:

  • Papier
  • Farben
  • Pinsel
  • … der Rest ergibt sich

Hier gibt es vertiefende Informationen: Papier/Farben/Pinsel

 

Aquarellmalen Utensilien

Aquarellmalen Utensilien